Als Therapie ist Yoga viel mehr als Bewegung und Achtsamkeit

Die Yoga-Therapie ist seit zehn Jahren als Methode der KomplementärTherapie mit eidgenössischem Abschluss anerkannt. Auch wenn ihr Ursprung in der indischen Yoga-Tradition liegt, unterscheidet sie sich doch in vieler Hinsicht vom klassischen Yoga. Im Zentrum der Behandlung steht der interaktive Therapieprozess.

  • Yoga-Therapie verringert Stress und Ängste, löst Verspannungen und lindert Schmerzen
  • In der Therapie lernen Klientinnen und Klienten auch, wie sie zuhause mit ausgewählten Übungen an sich arbeiten können
  • Wie Shiatsu oder Kinesiologie wird die Yoga-Therapie von Komplementärtherapeut/-innen mit eidgenössischen Diplomen praktiziert

von Fabrice Müller

Yoga-Therapie: Lösungsorientiert und interaktiv

Genesungskompetenz und Lebensqualität fördern

«Alle Menschen können von der Yoga-Therapie profitieren», betont Susanne Kieser, die zusammen mit Gisela Stauber den Verband KT Yoga als Co-Präsidentin leitet. «Denn wir arbeiten mit ihren individuellen Möglichkeiten und Bedürfnissen. Daraus entwickeln wir das individuelle Therapieprogramm.» Ziel der Yoga-Therapie sei es, bei chronischen Erkrankungen oder anderen Belastungssituationen die Genesungskompetenz und Lebensqualität zu fördern. Das heisst: Die Klientinnen und Klienten lernen, wie sie zuhause mit ausgewählten Yoga-Therapie-Übungen an sich arbeiten können. «Dadurch wird die Klientin oder der Klient selbstermächtigt, sich am Genesungsprozess zu beteiligen. Dieses gemeinschaftliche Wirken ist ein zentrales Element der Methode», informiert Susanne Kieser.

Studien belegen die Wirksamkeit

Auf den vorhandenen Ressourcen aufbauen

Am Anfang des Therapieprozesses stehen das Gespräch und die Befunderhebung. Darin werden der Ist-Zustand, der Energie- und Stresslevel, die aktuellen Bedürfnisse, Anliegen und Veränderungswünsche aufgenommen. «Der Aufbau der Beziehungsebene zwischen Therapeutin und Klientin ist von grosser Bedeutung für den Wirkmechanismus der Therapie», unterstreicht Susanne Kieser. Wie in der Komplementärtherapie üblich, wird auch in der Yoga-Therapie die salutogenetische Sichtweise praktiziert, indem die Therapeutin den Fokus bewusst auf die vorhandenen Ressourcen legt, ohne jedoch die Beschwerden zu bagatellisieren, wie Susanne Kieser erläutert.

Nach der Beobachtung von Beweglichkeit, Atemmuster usw. entwickelt die Therapeutin gemeinsam mit der Klientin ein individuelles Yoga-Therapie-Programm. Bei jeder weiteren Folgesitzung werden die Fortschritte reflektiert und das Programm auf Basis der positiven Erfahrungen weiterentwickelt. Bereits ein zehnminütiges Übungsprogramm alle zwei Tage reiche für eine positive Wirkung der Therapie, die in der Regel sechs bis acht Behandlungen umfasst. «Die integrative Yoga-Therapie fokussiert auf Selbstständigkeit, nicht auf Abhängigkeit, und sie stärkt die Selbstwirksamkeit und Selbstfürsorge», ergänzt die Co-Präsidentin von KT Yoga.

((Box mit Bild)) Yoga-Therapie gehört zu den Komplementärtherapien



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