Die Schafgarbe ist Heilpflanze des Jahres – und Namensgeberin von Millefolia.ch

Gegen Entzündungen und gut für die Nerven: Die Arzneipflanze Achillea millefolium, zu Deutsch Schafgarbe, ist Heilpflanze des Jahres 2025. Und sie gibt dem Schweizer Infoportal für Komplementärmedizin «Millefolia.ch» seinen Namen. Was macht diese unscheinbare Wiesenpflanze so wertvoll für die integrative Medizin?

von Peter Wäch

  • Die traditionelle Heilpflanze Schafgarbe hilft bei Zyklusstörungen oder Nasenbluten
  • Mit ihren zahlreichen Einsatzgebieten steht sie für die Vielseitigkeit der Phytotherapie
  • Die Pflanzenheilkunde gilt als Ursprung der modernen Medizin

Achillea millefolium: Heilpflanze mit tausend Gesichtern

Die Schafgarbe ist eine der vielseitigsten Heilpflanzen unserer Breitengrade. «Mit ihrer weiblichen Signatur – weisse oder rosa Blüten, filigrane Blätter und zäher Stängel – verbindet sie zwei wichtige Eigenschaften: Zartheit und Durchhaltevermögen», beschreibt Dr. Maja Oberholzer-von Tolnai, Hausärztin mit Spezialisierung auf Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), die charakteristische Dualität der Pflanze.
Diese Vielseitigkeit spiegelt sich in den Anwendungsgebieten der Schafgarbe wider: Das Spektrum reicht von der Frauenheilkunde über die Wundheilung bis hin zur Verdauungsförderung. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, Bitter- und Gerbstoffe sowie Flavonoide, die für die entzündungshemmende, krampflösende und blutstillende Wirkung verantwortlich sind.

Dr. Dorin Ritzmann, Gynäkologin mit Schwerpunkt Phytotherapie, nutzt die Schafgarbe besonders bei «Zyklusstörungen, Endometriose und im Zusammenhang mit Operationen zur Verminderung von Blutungen». Maja Oberholzer-von Tolnai ergänzt: «Ich kenne kaum eine wirkungsvollere Therapie von chronischem Nasenbluten als den Schafgarbentee, äusserlich und innerlich angewendet.»

((Box Arzneipflanze des Jahres 2025 – die Schafgarbe))

Wissenschaft bestätigt die traditionelle Medizin

Der Studienkreis «Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde» der Universität Würzburg kürt alljährlich eine «Arzneipflanze des Jahres». Die Auszeichnung der Schafgarbe 2025 würdigt nicht nur die traditionelle Bedeutung, sondern auch ihre Renaissance in der modernen Phytotherapie.

«Interessanterweise treffen sich Wissenschaft und traditionelle Medizin in den letzten zwei Jahrzehnten immer mehr», betont Dorin Ritzmann. Aktuelle Studien belegen entzündungs- und tumorhemmende Eigenschaften, aber auch neuroprotektive (Schutz der Nervenzellen vor Defekten) und antifibrotische (Schutz vor Gewebeveränderungen).
Die Kriterien für die Auszeichnung umfassen sowohl die wissenschaftliche Evidenz als auch die praktische Relevanz. «Die traditionellen Anwendungen und die modernen Forschungsergebnisse sind bei dieser Pflanze erfreulich kongruent», sagt die Ärztin Maja Oberholzer-von Tolnai.

1000 Seiten Wissen zur Komplementärmedizin

2019 ging das Schweizer Infoportal für Komplementärmedizin online – mit einem Namen, der Programm ist. «Millefolia» bedeutet «Tausendblatt» und verweist auf die charakteristisch gefiederten Blätter der Schafgarbe. Für die Portalgründer hat der Name der Heilpflanze eine doppelte Symbolik: Wie die Schafgarbe mit ihren unzähligen Blättern und vielfältigen Anwendungen steht auch die Komplementärmedizin für Vielfalt – in Methoden, Ansätzen und Heilwegen. Das will das Onlineportal abbilden und der Bevölkerung näherbringen, und zwar mit spannenden, journalistischen Beiträgen, die eine unabhängige Redaktion Seite für Seite produziert – auch dafür stehen die 1000 Blätter.
Die Pflanzenheilkunde spielt als Ursprung der modernen Medizin eine zentrale Rolle in der Komplementärmedizin. Die Namenswahl ehrt also nicht nur eine wichtige Heilpflanze, sondern verkörpert die Mission von «Millefolia.ch»: 1000 Seiten Wissen zur Vielfalt der Komplementär- und Integrativmedizin.

((Box So können Sie die Schafgarbe anwenden))

Phytotherapeutische Behandlungen immer beliebter

In der phytotherapeutischen Praxis zeigt sich die Schafgarbe als echtes Multitalent. «Ich arbeite vor allem mit Urtinkturen und Tees», erläutert die Gynäkologin Dorin Ritzmann, «auf die tägliche Einnahme von 10 Tropfen einer Urtinkturmischung sprechen Patientinnen meist sehr gut an.» Maja Oberholzer-von Tolnai hebt besonders die äusserlichen Anwendungen hervor: «Sehr bekannt ist der Schafgarben-Leberwickel, während einer Fastenwoche unterstützt diese Anwendung die Entgiftung. Und bei Chemotherapien können Schafgarbenwickel die Nebenwirkungen sanft abfedern.»

Beide Expertinnen betonen die ausgezeichnete Verträglichkeit: «Ausser den seltenen Körbchenblütler-Allergien sind kaum Nebenwirkungen zu befürchten», sagt Maja Oberholzer-von Tolnai. Dies erklärt auch die wachsende Nachfrage nach phytotherapeutischen Behandlungen: «Wir können den grossen Ansturm an Terminanfragen in meiner gynäkologischen Praxis seit vielen Jahren kaum mehr bewältigen», berichtet Dorin Ritzmann.



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