Gestärkt und gelassen durch die Wechseljahre

Zwei von drei Frauen leiden unter Wechseljahrbeschwerden. Die Hormone spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Komplementärmedizin unterstützt die Betroffenen körperlich und seelisch.

von Fabrice Müller

  • In den Wechseljahren treten oft Symptome wie Gelenkbeschwerden, Gewichtszunahme, Migräne oder trockene Schleimhäute auf
  • Die Ursache liegt im Hormonhaushalt, der sich verändert
  • Pflanzliche Arzneimittel mit Mönchspfeffer oder Rotklee, aber auch Komplementärtherapien wie Shiatsu können die Symptome lindern

Wenn Östrogen- und Progesteronspiegel sinken

Von Stimmungsschwankungen bis Gewichtszunahme

Zu den typischen Wechseljahrbeschwerden gehören laut Sibylle Koller, diplomierte Naturheilpraktikerin TEN bei JIVITA, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Energiemangel und Konzentrationsprobleme. Auf der körperlichen Ebene zählen Zyklusveränderungen, Gelenk- und Muskelbeschwerden, Gewichtszunahme oder trockene Haut und Schleimhäute zu den häufigen Wechseljahrsymptomen. Auch bei neu auftretender oder verstärkter Migräne, bei Depressionen, Bluthochdruck oder Herz-Kreislaufbeschwerden sollte ein Zusammenhang mit den Wechseljahren abgeklärt werden.

((Box Therapie mit bioidentischen Hormonen))

Ernährung und Bewegung haben grossen Einfluss

Einen grossen Einfluss auf den Verlauf und die Symptome der Wechseljahre hat laut Christina Rappold der Lebensstil. «Es spielt eine zentrale Rolle, ob sich eine Frau regelmässig bewegt, gut schläft, sich ausgewogen ernährt, und wie sie mit Stress umgeht.» Zur regelmässigen Bewegung, die sich insgesamt positiv auf den Körper und die Psyche auswirkt, empfiehlt Christina Rappold einerseits Krafttraining, «weil dadurch der Stoffwechsel angekurbelt wird, die Muskeln und Knochen gestärkt werden und das Krafttraining dem durch den Östrogenrückgang bedingten Knochenabbau entgegenwirkt». Daneben sorge Ausdauersport für Stärkung des Herz-Kreislaufsystems.

Zur Ernährung nennt Christina Rappold vier Themen, die in den Wechseljahren zentral sind und die Frauen helfen können, besser durch diese Zeit zu kommen.

  • Das Darmmikrobiom hat einen grossen Einfluss auf das Immunsystem und die allgemeine Gesundheit. Eine geschwächte Darmschleimhaut kann zudem dazu führen, dass Giftstoffe und Stoffwechselabbauprodukte vermehrt in den Körper gelangen. Um dies zu verhindern, wird eine pflanzenbasierte, ballaststoffreiche Ernährung empfohlen.
  • Schwankungen im Blutzuckerspiegel können Hitzewallungen, Heisshungerattacken und Stimmungsschwankungen begünstigen. Zudem steht ein unausgeglichener Blutzucker in engem Zusammenhang mit stillen Entzündungen im Körper.
  • Durch das Älterwerden, aber auch viele andere Faktoren, nehmen stille Entzündungen im Körper zu. Sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und ungesättigte Fettsäuren wirken dem entgegen und sind gut für Herz und Gehirn.
  • Mikronährstoffe wie Vitamin D, Magnesium, B-Vitamine (insbesondere Vitamin B12), Selen und Zink spielen eine zentrale Rolle bei Stoffwechselprozessen.

Pflanzliche Mittel zur Körperregulierung

Patientinnen mit Wechseljahrbeschwerden werden in der integrativen Medizin ganzheitlich behandelt. Die persönliche Situation der Frau spielt laut Sibylle Koller dabei ebenso eine Rolle wie der allgemeine Gesundheitszustand und die Lebensweise. Je nach Bedürfnis der Betroffenen kommen Mittel aus der Pflanzenheilkunde zum Einsatz – etwa Mönchspfeffer, um Symptome eines Progesteronmangels wie Stimmungsschwankungen und Wassereinlagerungen zu lindern, oder Rotklee, der vor allem bei Beschwerden wegen eines Östrogenmangels wie trockenen Schleimhäuten oder Hitzewallungen empfohlen wird.

Ergänzend zu den Pflanzenpräparaten unterstützen Hormonmassagen, Hormon-Yoga oder Shiatsu die Patientinnen während der Wechseljahre. «Die Komplementärmedizin wirkt auf körperlicher und seelischer Ebene. Sie gibt dem Körper Impulse, damit er sich selbst regulieren kann», erläutert die Naturheilpraktikerin.

((Box Wechseljahre der Frau haben auch soziale Auswirkungen))



Autor:

Millefolia-Sidebar

– Anzeige –

Werbebanner

Weitere spannende Beiträge

  • Innere Ruhe finden in schwierigen Zeiten

    Innere Ruhe finden in schwierigen Zeiten


    Der Verlust der Arbeitsstelle ist für die meisten Betroffenen ein einschneidendes Erlebnis, das auch gesundheitliche Folgen haben kann: Das Selbstvertrauen gerät ins Wanken, Existenzängste rauben den Schlaf, innere Unruhe breitet sich aus. In einer solchen Situation kann komplementärtherapeutische Begleitung helfen, wieder zu sich zu finden und der Krise mit mehr Ruhe und Vertrauen zu begegnen.…

  • Noch ein Gläschen? Immer mehr junge Menschen überdenken ihren Alkoholkonsum

    Noch ein Gläschen? Immer mehr junge Menschen überdenken ihren Alkoholkonsum


    Ob «Dry January» oder eine alkoholfreie Fastenzeit – die guten Vorsätze zum Jahresbeginn sind längst ein gesellschaftlicher Trend. Einer, für den der Körper zur jeder Jahreszeit dankbar ist. von Désirée Klarer Der tägliche Alkoholkonsum geht zurück Ein Glas Rotwein zum Essen, am Geburtstag die Champagnerkorken knallen lassen oder zwei, drei Kafi-Schnaps am Fasnachtsumzug: Kaum ein…

  • Was tun bei trockenen, brennenden Augen?

    Was tun bei trockenen, brennenden Augen?


    Wenn die ersten Pollen fliegen, beisst und brennt es viele Menschen in den Augen. Das Sinnesorgan reagiert äusserst empfindlich bei Allergien, aber auch auf Umwelteinflüsse oder bei Allgemeinerkrankungen. Zum Glück gibt es wirksame Naturheilmittel gegen trockene und brennende Augen. von Lisa Heyl, updated 3.3.26 Umweltreize so gut wie möglich meiden Die Tränenflüssigkeit hält die Augen…

  • Billionen Mikroben im Darm – warum Vielfalt uns guttut

    Billionen Mikroben im Darm – warum Vielfalt uns guttut


    Unser Darm ist mehr als ein Verdauungsorgan: Er ist Heimat für Billionen von Mikroben, die unser Immunsystem trainieren, unsere Knochen stärken und sogar unsere Stimmung mitsteuern. Ein gesundes Mikrobiom gilt als unsichtbarer Schlüssel zu Gesundheit und Wohlbefinden. von Karin Meier Rund zwei Kilogramm Bakterien leben im Darm Wir alle tragen ein unsichtbares Ökosystem in und…

Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert